Projektbüro HSS Westphal GmbH

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Energiesparhaus bauen: Energiesparen heißt nicht Geld sparen!

Klimaschutz hat in allen Lebensbereichen Priorität: ob Fernseher, Auto oder die eigenen vier Wände, Energieeffizienz ist Pflicht. Ein häufiges Argument, um den Verbrauchern die Mehrinvestition in kostenintensive Energiespartechnik schmackhaft zu machen ist die Kostenersparnis, aufgrund des geringeren Energieverbrauchs. Insbesondere beim Hausbau gilt genaues Hinsehen, nicht immer bedeutet Energiesparen auch Geld sparen.

Vor einigen Jahrzehnten, als die Ressourcen unerschöpflich schienen, spielte das Thema Energiesparen auch beim Hausbau kaum eine Rolle. Es ging darum seine eigenen vier Wände zu gestalten, gesetzliche Vorschriften in Bezug auf den Energieverbrauch gab es nicht.

Mit der Ölkrise in den 1970er Jahren entstand ein breites Umweltbewusstsein in der Bevölkerung und das Thema Energiesparen begann in allen Lebensbereichen eine Rolle zu spielen. Mit der 1977 erlassenen Wärmeschutzverordnung trat das erste Gesetz für energiesparendes Bauen in Kraft. Es wurde im Februar 2002 von der Energieeinsparverordnung (EnEV) abgelöst.

„Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Energiespartechnik beim Hausbau immer weiter. Das erste Solarhaus entstand Anfang der 1990er Jahre. Die gesetzlichen Anforderungen werden immer komplexer. Mit der letzten Verschärfung der EnEV zum Jahresbeginn 2016 ist energiesparendes Bauen schließlich zum Standard geworden. Jedes neugebaute Haus ist ein Energiesparhaus“, sagt Ihr Peter Westphal, Geschäftsführer der Projektbüro HSS Westphal GmbH und Town & Country Haus Partner in der Region Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg, Wismar und Schwerin.

Was macht Haus zum Energiesparhaus?

Es gibt verschiedenste Energiesparhaus-Typen. Ob Massivhaus nach EnEV, KfW-Effizienzhaus oder Passivhaus – für Baulaien ist es schwer nachzuvollziehen, welches Energiesparhaus für die individuellen Wohnansprüche das Richtige ist.

„Was ein Haus zum Energiesparhaus macht und was nicht ist nicht fest definiert. In der Energieeinsparverordnung sind Verbrauchswerte festgelegt, die ein Neubau mindestens erreichen muss. Diese sind mittlerweile so streng, dass ein Haus nach EnEV 2016 fast die Energieverbrauchswerte eines bisherigen KfW-70 Hauses erreicht. Das wird wohl ein Grund sein, warum die KfW-Bank die Förderung für diese Energieeffizienzstufe im April diesen Jahres eingestellt hat“, sagt der Hausbau-Experte Westphal.

Die Energieeinsparverordnung und die Förderrichtlinien der KfW schreiben nicht vor, wie die jeweiligen Vorgaben umzusetzen sind. Der Architekt oder Bauträger hat unterschiedliche Möglichkeiten, um den jeweils vorgeschriebenen Jahresprimärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust einzuhalten. Ein Großteil der Bauunternehmen setzt dabei auf kostenintensive Wärmepumpen. Dies hat zur Folge, dass der Hausbau, aufgrund der kostenintensiven Haustechnik, zunehmend teurer wird.

„Zum Erreichen des EnEV-2016 Standards oder einer KfW-Förderstufe muss nicht zwangsläufig mit Wärmepumpe gebaut werden. Bei unseren Massivhäusern versuchen wir stets ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis für Bauherren zu schaffen. Auf kostenintensive Heiztechnik soll dabei verzichtet werden“, erklärt Peter Westphal und ergänzt: „Energiesparhäuser müssen auch für Normalverdiener bezahlbar bleiben. Das ist angesichts immer höherer Energiesparstandards eine große Herausforderung. Was nützt es dem Klimaschutz, wenn sich die Menschen ein energieeffizientes Haus nicht leisten können?“

KfW-Effizienzhaus lohnt sich nicht für jeden

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sind wichtige Aspekte des Hausbaus. Jedoch spielen für viele Bauherren andere Themen eine ebenso große Rolle zum Beispiel Absicherung, Bauqualität und Bezahlbarkeit. „Viele Menschen wollen ein Energiesparhaus bauen, weil ihnen versprochen wird, dass Sie damit bares Geld sparen - dank KfW-Fördermitteln und geringeren Energiekosten. Das stimmt aber nur bedingt“, sagt Peter Westphal, Town & Country Haus Partner in Parchim. In einer Verbrauchsschätzung auf Basis der DIN 4701-10 („Energieausweis“) mit realitätsnahen Randbedingungen zeigen sich folgende Verbrauchskosten und Einsparpotentiale bei den verschiedenen Energiesparhaus-Varianten des Massivhaus „Flair 113“*: 

 

 

*Es handelt sich hierbei um eine Verbrauchsschätzung und keine Verbrauchsangabe. Sie soll dem Verbraucher zum Verständnis der Rentabilitätseinschätzung von über die EnEV hinausgehende Energiesparmaßnahmen dienen.

 

Wer beim Hausbau Fördermittel des KfW-Programms „Energieeffizient Bauen“ nutzen möchte, muss entsprechend investieren. „Für ein KfW-55 Haus muss bei Town & Country Haus mit Mehrkosten von mindestens 14.000 Euro gerechnet werden“, sagt Peter Westphal.

Nur über die geringeren Energiekosten wird sich die Investition in ein KfW-Effizienzhaus nicht rechnen. Bei einer Ersparnis von rund 140 Euro im Jahr würde sich die Investition – grob betrachtet – frühestens in mehr als 100 Jahren amortisieren. „Nun könnte man denken, dass deshalb die KfW-Bank ihre Förderbedingungen verbessert hat, damit die Bauherren eines KfW-Hauses mehr Geld sparen, als die Bauherren eines Massivhauses nach EnEV-2016. Wenn man das ganze einmal durchkalkuliert zeigt sich – Energiesparen bedeutet nicht gleich Geld sparen“, so Westphal.

Musterkalkulationen zeigen: die Ersparnis bei einem KfW-55 Haus nach 10 Jahren entspricht ungefähr der notwendigen Mehrinvestition. Ab dem 11. Jahr bleiben dem Besitzer eines KfW-55 Hauses lediglich die 140 Euro Ersparnis pro Jahr, die sich aus den geringeren Kosten für Heizung und Warmwasser ergeben. Wartungs- und Reparaturkosten sind dabei noch nicht miteinbezogen.

„Irgendwann wird auch bei einem neugebauten Haus eine Modernisierung der Heizung notwendig. Eine neue Gas-Brennwert-Therme kostet derzeit rund 3.000 Euro, eine neue Wärmepumpe mindestens 10.000 Euro – da sind die Ersparnisse, die ein KfW-55 Haus bringt schnell aufgebraucht“, gibt Peter Westphal zu bedenken.